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Stellungnahme Wettspielrunde Sommer 2020

Der Tennissport braucht das Ritual des Wettkampfes

Dass sich Sport positiv auf das physische und psychische Wohlbefinden auswirkt ist mittlerweile wissenschaftlich recht gut belegt. Das gilt in besonderem Maße für die aktuelle historische Zeit, die mit notwendigen Beschränkungen uns allen viel abverlangt.

Wir Tennisspieler*innen üben eine Sportart aus, die unter Beachtung der aktuell notwendigen Regeln niemanden gefährdet. Daher spricht überhaupt nichts dagegen, Mannschaftsspiele unter veränderten Rahmenbedingungen durchzuführen. So sieht das auch die Bayerische Staatsregierung.

Ich bin sehr froh darüber, dass wir in Bayern trotz der schwierigen Gesamtsituation im Jahr 2020 und nach einer längeren Hängepartie unsere BTV Wettspielrunde spielen können! Das ist ein richtiges und wichtiges Zeichen.

Im März war das so noch nicht absehbar. Über der Wettspielrunde stand ein großes Fragezeichen. Der Verband war auch auf eine komplette Absage vorbereitet. Aber eine Tennissaison ohne Punktspiele wäre nicht gut für die bayerischen Vereine.

Der Tennissport braucht das Ritual des Wettkampfes. Das gilt auch für diese schwierigen Zeiten. Training ist toll, aber die integrative Stärke der BTV Wettspielrunde mit all seinen Facetten stellt für Spieler*innen und Vereine ein über Jahre entwickeltes und gepflegtes kulturelles Guthaben dar. Nur im individuellen und kollektiven Vergleich kommen Stärke, Stolz, Erfolge aber auch das Teilen des gemeinsamen Misserfolges zum Ausdruck. Die Rituale des Wettkampftages haben von der Bayernliga bis zur Kreisklasse eine bindende und sinnstiftende Wirkung. Gegner*innen oder Mannschaften mit denen man „noch eine Rechnung offen hat“, heiße Derbys mit benachbarten Clubs, nach hartem Kampf noch umgebogene Matches, neue Gegner*innen, usw. – all dies bietet die Basis für Fachgespräche auf der Terrasse oder im Clubheim. Der Reiz des Tennissports liegt im Vergleich mit anderen.

Ja, es gibt auch Gründe in diesem Jahr eine Wettspielpause einzulegen: Sponsorenabsagen in höheren Spielklassen, unklare Einreisemodalitäten für ausländische Spieler*innen, die modifizierte Terminplanung, keine regulären Aufstiegsmöglichkeiten, kein normaler geselliger Abschluss nach der Begegnung, um ein paar Beispiele zu nennen. Konsequenterweise wurden die Regularien seitens des Verbandes sehr flexibel angepasst und faire Rückzugsmöglichkeiten für Teams eingerichtet.

Trotz allem werden in diesem Sommer etwas mehr als 6.800 Mannschaften für die BTV Übergangssaison an den Start gehen! Mindestens 50.000 Aktive freuen sich, dass es nun endlich losgeht. Das zeigt den herausragenden Stellenwert unserer Wettspielrunde. Wie gesagt, wir gefährden niemanden und können mit Einhaltung der Hygiene-Regeln uns selbst und die gegnerischen Spieler*innen leicht schützen.

Viel Spaß in der Übergangssaison 2020!

Stefan Conrad

Bezirksvorsitzender BTV Mittelfranken

Vorstand TV Fürth 1860 – Tennis

Quelle Bayern Tennis Ausgabe 06/2020